Matariki, das Neujahr der Māori, beginnt in Neuseeland mit dem ersten Aufgang der Plejaden Ende Juni oder Anfang Juli: Zeit für Besinnung, Gedenken und Pläne.
Das Neujahr der Māori in Aotearoa Neuseeland ✨
Matariki, der Māori-Name für den Sternhaufen der Plejaden, markiert in Aotearoa Neuseeland den Beginn des neuen Jahres der Māori. Das Kulturfest wird gefeiert, wenn der Sternhaufen Ende Juni oder Anfang Juli zum ersten Mal am Morgenhimmel aufgeht. Für die Kultur der Māori hat diese Zeit große Bedeutung: Sie steht für Erinnern, Feiern und Erneuerung. Zu Matariki kommen die Menschen mit ihrer whānau (Familie) und mit Freunden zusammen, blicken auf das vergangene Jahr zurück, ehren die Verstorbenen und planen die Zukunft.
Früher war Matariki für die Māori eine wichtige Zeit, eng verbunden mit dem Jahreslauf der Landwirtschaft und mit spirituellen Bräuchen. Am Erscheinen der Sterne las man ab, wie die Ernte der kommenden Saison ausfallen würde, und Rituale sollten Fruchtbarkeit und reiche Erträge sichern. Nachdem das Fest im 20. Jahrhundert an Bedeutung verloren hatte, erlebte es eine starke Wiederbelebung, und am 24. Juni 2022 wurde Matariki in Neuseeland offizieller gesetzlicher Feiertag. Seither gehört die Kultur der Māori zunehmend zur nationalen Identität Neuseelands.
Bräuche und Traditionen zu Matariki
Die Bräuche rund um Matariki sind zahlreich und unterschiedlich; sie zeigen die enge spirituelle und kulturelle Verbindung der Māori zur Natur und zu ihren Vorfahren. Vor allem ist Matariki eine Zeit für:
Gedenken (Whakamaharatanga): Zu den wichtigsten Seiten von Matariki gehört die Erinnerung an alle, die seit dem letzten Aufgang des Sternhaufens gestorben sind. Nach traditionellem Glauben steigen die Geister der Toten auf und werden zu Sternen, und Matariki bietet die Gelegenheit, sie zu würdigen und zu ehren. Oft werden dabei in Zeremonien die Namen der Verstorbenen zu den Sternen gerufen.
Festessen (Kai Hākari): Matariki ist traditionell eine Zeit der Ernte, und das gemeinsame Essen gehört zu den Feiern. Besondere Speisen, oft in einem hāngi (Erdofen) gegart, werden in Familie und Gemeinschaft geteilt; sie stehen für Fülle und für Dankbarkeit für die Gaben des Landes.
Rückblick und Planung (Whakaaro me Whakarite): Das neue Jahr ist ein Anlass, auf Erfolge und Herausforderungen des vergangenen Jahres zurückzublicken und sich Vorsätze und Ziele für das kommende Jahr zu setzen. Dazu gehört auch die Planung von Aussaat, Ernte und anderen gemeinschaftlichen Aufgaben.
Kulturelle Darbietungen: Kapa haka (darstellende Künste der Māori), waiata (Lieder) und kōrero (Erzählungen) gehören fest zu den Matariki-Feiern. Sie stärken die kulturelle Identität und geben Wissen an die jüngeren Generationen weiter.
Jeder der neun Sterne von Matariki hat eine eigene Bedeutung und einen eigenen Einflussbereich:
- Matariki (Alcyone): steht für Wohlbefinden, Gesundheit und Besinnung.
- Pōhutukawa (Taygeta): ist mit den Verstorbenen verbunden.
- Tupu-ā-nuku (Atlas): wird mit Nahrung, die im Boden wächst, in Verbindung gebracht.
- Tupu-ā-rangi (Pleione): steht für Nahrung vom Himmel (Vögel, Früchte).
- Waitī (Maia): ist mit dem Süßwasser und seinen Ressourcen verbunden.
- Waitā (Asterope): wird mit dem Meer und seinen Nahrungsquellen in Verbindung gebracht.
- Waipuna-ā-rangi (Merope): steht für den Regen.
- Ururangi (Celaeno): ist mit den Winden verbunden.
- Hiwa-i-te-rangi (Electra): der Wunschstern; er steht für die Hoffnungen für das neue Jahr.
Matariki-Feiern in ganz Neuseeland
In ganz Neuseeland gibt es zu Matariki immer mehr Veranstaltungen und Aktivitäten.
🇳🇿 Auckland
Auckland bietet zu Matariki ein breites Programm, von traditionellen Zeremonien und Bildungsworkshops bis zu Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und Lichtshows. An der Uferpromenade sind oft große Lichtinstallationen zu sehen, und verschiedene Kultureinrichtungen haben Programme zur Astronomie und zu den Traditionen der Māori. Beliebt sind auch Gemeindefeste mit Essensständen, Musik und Auftritten.
🇳🇿 Wellington
In der Hauptstadt Wellington stehen bei Matariki die Kultur und das Lernen im Vordergrund. Te Papa, das Nationalmuseum Neuseelands, zeigt oft Sonderausstellungen zu Matariki und hat Angebote für Familien. Die Stadt lädt außerdem zu öffentlichen Veranstaltungen wie Sternbeobachtungen, Kapa-haka-Auftritten und Workshops zu traditionellem Māori-Kunsthandwerk ein. Die Uferpromenade und der Botanische Garten sind beliebte Treffpunkte für Gemeinschaftsfeiern.
🇳🇿 Rotorua
Rotorua, eine Region, in der die Kultur der Māori stark verankert ist, bietet besonders nahe Einblicke in Matariki. Besucher können an traditionellen Hāngi-Festessen teilnehmen, Kapa-haka-Auftritte erleben und direkt von den örtlichen iwi (Stämmen) mehr über die Bräuche der Māori erfahren. Bildungsprogramme befassen sich oft mit der Bedeutung der Sterne und ihrer Verbindung zu Land und Menschen.
🇳🇿 Christchurch
Christchurch begeht Matariki mit Veranstaltungen, die aus den Gemeinden heraus organisiert werden und oft Erzählungen und Traditionen der Māori aus der Region in den Mittelpunkt stellen. Kunstinstallationen und Lichtinszenierungen verwandeln öffentliche Plätze, und Kulturzentren bieten Workshops zur Māori-Sprache, zum Weben und zum Schnitzen an. Die Parks und Gärten der Stadt sind beliebte Orte für Familienprogramme und gemeinsame Mahlzeiten.
🇳🇿 Dunedin
Weil Wissenschaft und Hochschulen in Dunedin eine große Rolle spielen, haben die Matariki-Feiern dort oft wissenschaftliche und astronomische Anteile. Üblich sind öffentliche Vorträge über die Astronomie der Māori, Sternbeobachtungen an Sternwarten und Bildungsprogramme für Schulen. Außerdem gibt es Kulturdarbietungen und Gemeindetreffen, bei denen Erinnern und Erneuerung im Mittelpunkt stehen.
Fazit
Matariki ist ein Feiertag, der wieder einen festen Platz im Kulturkalender Neuseelands hat. Alle Neuseeländerinnen und Neuseeländer können sich an Matariki mit den Traditionen der Māori verbinden, über ihre gemeinsame Geschichte nachdenken und nach vorn blicken. Als Zeit des Erinnerns, des Feierns und der Erneuerung stärkt Matariki den Zusammenhalt und das Verständnis für die Kulturen, die Aotearoa ausmachen. Weitere Informationen zu Matariki und zur Kultur der Māori bietet die offizielle Website von Te Papa (öffnet in neuem Tab).




